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Beate Uhse

Die Erfolgsstory der 1919 geborenen Pilotin Beate Uhse beginnt 1947. In der Nachkriegszeit wird sie auf dem Lande oft mit den Problemen ungewollter Schwangerschaft konfrontiert.

Verhütungsmethoden sind entweder noch nicht erfunden oder nicht bekannt. Kurzerhand gibt die findige Geschäftsfrau eine Broschüre der "Lehre Knaus-Ogino" über die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau aus: Die "Schrift X" wird in Flensburg gedruckt und ist bereits ein Jahr später ein Bestseller.

1948 bietet Beate Uhse ihre ersten Produkte in einer Werbeschrift an: Kondome von Blausiegel und Fromms. Der rege Absatz dieser Verhütungsmittel führt dazu, dass sich die kleine Firma schnell entwickelt. 1949 erhält sie eine Gewerbegenehmigung der englischen Militärregierung in Flensburg.
Anfang der 50er Jahre kommen die ersten Klagen. Der grund: Die Unaufgeforderte Zusendung der Beate Uhse-Broschüre und der Verkauf von Kondomen an Unverheiratete. Für damalige Verhältnisse ein klarer Verstoß gegegn geltendes Recht. Ihre PR wird als Vorschub zur Unzucht gewertet. Beate Uhse kämpft für ein liberaleres Recht. Qualifizierte Anwälte und Wissenschaftler tragen dazu bei, dass es trotz der mehr als 2.000 Anklagen niemals zu einer Verurteilung kommt.

In den folgenden Jahren werden die Werbeschriften von Beate Uhse zu Katalogen: Immer mehr Produkte rund um die sogennate Ehehygiene werden über sie vertrieben, die Expansion ist nicht mehr zu stoppen.
1962 eröffnet Beate Uhse den ersten Sex-Sop der Welt. Schnell entsteht daraus eine internationale Ladenkette. 1974 wird die Firma zu einer GmbH & Co KG, 1978 wächst sie zum Konzern. Im gleichen Jahr gründet Beate Uhse einen Filmverleih. Nach weiterer Expansion durch die Übernahme anderer Ladenketten wird 1981 die Beate Uhse Aktiengesellschaft gegründet.

Das Versandhaus entwickelt sich zu einem der größten seiner Art, die Beate Uhse-Läden zu Publikumsmagneten in den Großstädten. Als 1989 die Mauer in Berlin fällt, ist Beate Uhse als eine der ersten zur Stelle, um ihre Kataloge zu verteilen.
In den 90er Jahren ist Beate Uhse immer häufiger in Funk und Fernsehen aktiv: ihre Meinung ist gefragt. Ihre Leistungen, vor allem die Entkrampfung der Sexualität, werden inzwischen überall anerkannt. Die Akzeptanz durch die Bevölkerung erreicht Ende 1999 mit der Enthüllung einer öffentlichen Gedenktafel in Flensburg ihren Höhepunkt.

Als sich Mitte der 90er Jahre durch neue elektronische Kommunikationsformen ganz neue Bereiche auf dem Gebiet der Erotik auftun, ist Beate Uhse sofort dabei, das erotische Potenzial z.B. von BTX, Telefon und "Multimedia" zu erschließen. Im Jubiläumsjahr 1996 (50 jähriges Geschäftsjubiläum) wird das große Beate Uhse Erotik Museum in Berlin eröffnet. 1998 entschließt sich die Beate Uhse AG zum Börsengang - Mitte 1999 ist es dann so weit, der Handel mit Sex-Aktien beginnt.

Parallel dazu wachsen auch die Aktivitäten der Beate Uhse AG weiter: Expansion im Internet-Bereich, Stärkung des Geschäftsbereiches "Neue Medien" durch Übernahme der Unternehmensgruppe Aktuelle Information (AI). AI bietet im Internet alles rund um Erotik: Live-Erotik mit interaktiven Möglichkeiten, Chat-Räume, eine Kontaktbörse und Telefondienste. Ergänzt wird das Angebot durch Spiele aus dem Nicht-Erotik-Bereich.

Auch im neuen Jahrtausend geht die Expansion weiter: - Die Beate Uhse AG gründet zwei neue Gesellschaften in Skandinavien. Die Verlagsaktivitäten sollen als nächstes auf Schweden, Dänemark und Finnland ausgedehnt werden. Anschließend ist eine Verknüpfung aller Internet-Seiten geplant.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2000 erwirbt die Beate Uhse AG hat eine mehrheitliche Beteiligung an der niederländischen Erotik-Filmgesellschaft Helen Duval Visuals B.V.. Ziel der Kooperation ist der weitere internationale Ausbau der Marke Helen Duval. So sind den Angaben zufolge auch eigene Lingerie- und Dessous-Kollektion sowie spezielle Printprodukte geplant.

Mitte 2000 überrascht die Firma die deutsche Öffentlichkeit mit der Meldung, entlang deutscher Autobahnen große Sex-Supermärkte eröffnen zu wollen. Der erste Laden soll noch im Jahr 2000 an der A7 - Abfahrt Kirchheim entstehen. Doch damit nicht genug: Ab 1. Oktober 2000 soll der erste Erotik-TV-Kanal in Deutschland starten. Beate Uhse hat die Lizenz bereits beantragt. Über "Premiere World" sollen dann jede Nacht Sexfilme und TV-Erotik-Magazine in die deutschen Wohn- und Schlafzimmer ausgestrahlt werden.
Zu guter Letzt soll das Leben der Sex-Pionierin Beate Uhse verfilmt werden. Ihr Unternehmen ist an diesem Projekt aber nicht beteiligt. Beate Rotermund-Uhse kommentierte das Vorhaben mit dem Satz: «Ich weiß gar nicht, wer sich solch einen Film ansehen würde.»

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